Häufig gestellte Fragen Live 100

Wenn Sie die Programmbeschreibung zu Live 100 gelesen haben, finden Sie hier weitere Informationen zum Förderprogramm.

Stand: 16.12.2019

BERATUNG


FRAGEN ZUR ANTRAGSTELLUNG


1. Welche Antragsfristen muss ich beachten?


2. Was gilt als Livemusikveranstaltung?


3. Was sind „künstlerische DJs“ und wie werden diese Veranstaltungen überprüft?


4. Muss mein Club ein bestimmtes Musikgenre bedienen?


5. Warum können GEMA-freie Konzerte nicht berücksichtigt werden?


6. Was ist, wenn ein Pauschalbetrag mit der GEMA verabredet wurde?


7. Können Veranstalter*innen ohne feste Spielstätte einen Antrag stellen?


8. Gilt die maximale Kapazität für den gesamten Club?


9. Was bedeutet die 40%-Fördermittelhöchstgrenze?


FRAGEN NACH DER ANTRAGSBEWILLIGUNG


1. Welche Fristen muss ich nach der Förderzusage beachten?


2. Muss ich in Vorkasse gehen und wann erfolgt die Auszahlung?


3. Was ist, wenn ich eine GEMA-Rechnung erst nach Ablauf der Frist
für den Endverwendungsnachweis erhalte?


4. Was ist, wenn ich weniger Kleinkonzerte organisiere, als ich bewilligt bekommen habe?


5. Muss ich auf die Förderung Umsatzsteuer zahlen?


BERATUNG

Das LiveKomm-Büro steht allen Antragsteller*innen für Fragen zur Seite – rufen Sie einfach an.

Christian Ordon
E-Mail: christian.ordon(at)livekomm(dot)org
Tel.: +49 (0)40 – 235 184 16

Andreas Becker
E-Mail: digital(at)livekomm(dot)org
Tel.: +49 (0)40 – 235 184 30

Sprechzeiten
Montag bis Donnerstag, jeweils 10-13 Uhr & 14-17 Uhr

FRAGEN ZUR ANTRAGSTELLUNG

1. Welche Antragsfristen muss ich beachten?

  • Antragstellung online: Mitte / Ende Januar 2020 (die genauen Fristen werden Anfang 2020 bekannt gegeben)
  • Einreichung des Antrags in Papierform per Post: Der vollständige Antrag muss binnen 5 Werktagen nach der Onlineantragstellung unterschrieben in einfacher Ausfertigung in Papierform per Post bei der LiveKomm eingegangen sein.

LiveMusikKommission
Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm)
-Projektbüro Hamburg-
Postfach 10 32 21
20022 Hamburg

2. Was gilt als Livemusikveranstaltung?

Als eine Livemusikveranstaltung ist eine Veranstaltung zu werten, in der Livemusik öffentlich konzertmäßig aufgeführt wird und im Vordergrund steht. Mehrere Konzerte an einem Tag gelten als eine Veranstaltung.

Treten in der Spielstätte nur DJs auf, so muss die Mehrzahl der Veranstaltungen durch „künstlerische DJs“ bestritten werden.

3. Was sind „künstlerische DJs“ und wie werden diese Veranstaltungen überprüft?

„Künstlerische DJs“ spielen nicht nur einen Tonträger ab. Unter Verwendung von Tonträgern und technischen Hilfsmitteln mischen sie verschiedene Musikstücke zu neuen Klangbildern und Kompositionen zusammen (siehe auch Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18.08.2005, Az. V R 50/04).
Das dabei entstehende Arbeitsergebnis muss die Qualität eines neuen künstlerischen Produkts haben. Folgende „weiche“ Kriterien sprechen für eine Tätigkeit, die unter die Definition „künstlerische DJs“ fällt:

  •  DJ-Künstler*innen erhalten eine Gage;
  • sie veröffentlichen ihre Werke auf Tonträgern (Mix-CDs im freien Handel, eigene Compilations etc.);
  • DJ-Künstler*innen treten auch außerhalb von Diskotheken auf, z. B. auf öffentlichen Veranstaltungen oder bei Radiosendern;
  • sie haben ein eigenes Künstler*innenprofil im Internet (Facebook, Soundcloud etc.);
  • ihre Veranstaltungen werden im Programm erwähnt;
  • die Veranstaltungen werden nach GEMA-Tarif U-K abgerechnet.


Die Kontrolle seitens der Bearbeiter*innen erfolgt nach den oben genannten Kriterien. Das heißt, dass stichprobenartig die Profile und Veranstaltungen der DJ-Künstler*innen überprüft werden.

4. Muss mein Club ein bestimmtes Musikgenre bedienen?

Eine Unterscheidung nach Musikgenres gibt es nicht. Antragsberechtigt sind Betreiber*innen aller Musikspielstätten, die den Antragskriterien entsprechen.

5. Warum können GEMA-freie Konzerte nicht berücksichtigt werden?

GEMA-freie Konzerte können im Förderprogramm Live 100 leider nicht berücksichtigt werden, da für jedes Konzert eine GEMA-Rechnung in Kopie vorgelegt werden muss. Die GEMA-Rechnungen geben Aufschluss über die tatsächliche Anzahl der Besucher*innen und die Höhe der Eintrittsgelder. Damit ist es möglich zu überprüfen, ob das durchgeführte Konzert den Kriterien für ein Grassroot-Konzert entspricht. Es ist ein Anliegen der Initiative Musik und der LiveKomm, dass auch Nachwuchsbands motiviert werden, Mitglied bei der GEMA zu werden und ihr künstlerisches Schaffen urheberrechtlich schützen zu lassen.

6. Was ist, wenn ein Pauschalbetrag mit der GEMA verabredet wurde?

Bei einem Pauschalvertrag gibt es keine Möglichkeit, die einzelnen Veranstaltungen zu prüfen. Konzerte, die im Rahmen eines Pauschalbetrags mit der GEMA durchgeführt werden, können also nicht im Programm Live 100 gefördert werden.

7. Können Veranstalter*innen ohne feste Spielstätte einen Antrag stellen?

Veranstalter*innen ohne feste Spielstätte können keinen Antrag stellen. Eine Doppelförderung der Konzerte könnte dann nicht mehr ausgeschlossen werden. Das heißt, ein und dasselbe Konzert könnte zweimal im Programm Live 100 als Grassroot-Konzert eingereicht und gefördert werden: einmal von dem*der Veranstalter*in und einmal durch die Spielstätte. Darüber hinaus versteht sich das Programm Live 100 in erster Linie als Clubförderung. Wir empfehlen Veranstalter*innen mit Spielstätten zu kooperieren.

8. Gilt die maximale Kapazität für den gesamten Club?

Ja, die Gesamtkapazität zählt. Der Antrag kann nicht nur für einen Raum gestellt werden.

9. Was bedeutet die 40%-Fördermittelhöchstgrenze?

Antragsberechtigt sind nur Betreiber*innen, die ihre Spielstätte mit weniger als 40% des Gesamtumsatzes aus öffentlichen Mitteln finanzieren. Hierzu zählen finanzielle Mittel, aber auch unbare Leistungen, wie kostenfreie Überlassung von Räumlichkeiten oder Personal.

Im Rahmen der Antragsprüfung für die Ermittlung der 40%-Fördermittelhöchstgrenze behält sich die Initiative Musik vor, die Zustellung einer aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung der Spielstätte anzufordern. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist kein fester Bestandteil des Antrags, muss jedoch auf Anfrage zwingend vorgelegt werden.

Zusätzlich kann die Initiative Musik ein von einer*m Steuerberater*in bzw. Wirtschaftsprüfer*in ausgestelltes Testat über die Höhe der öffentlichen Fördermittel anfordern, die sich ausschließlich auf den Livemusikbereich der Spielstätte  beziehen.

FRAGEN NACH DER ANTRAGSBEWILLIGUNG

1. Welche Fristen muss ich nach der Förderzusage beachten?

Die Konzerte sollen nach der Zusage durch die Initiative Musik und bis spätestens 31.12.2020 veranstaltet werden.

Der Endverwendungsnachweis muss bis spätestens zum 31.03.2021 eingereicht sein.

2. Muss ich in Vorkasse gehen und wann erfolgt die Auszahlung?

Ja, die Summe von 200 Euro je Konzert wird erst nach Einreichen des Verwendungsnachweises ausgezahlt. Dieser ist in der Regel nach je 12 durchgeführten Konzerten einzureichen. Entsprechend erfolgt die Auszahlung nach erfolgreicher Prüfung der Unterlagen zum nächsten Auszahlungstermin.

3. Was ist, wenn ich eine GEMA-Rechnung erst nach Ablauf der Frist
für den Endverwendungsnachweis erhalte?

Sollte sich die Bearbeitung von bei der GEMA angemeldeten Konzerten über mehr als drei Monate hinziehen, kann eine Kopie der Anmeldung als vorläufiger Nachweis eingereicht werden. Die Initiative Musik und die LiveKomm werden sich die Anmeldung der Konzerte von Seiten der GEMA auf direktem Wege bestätigen lassen. Auf diese Weise kann vermieden werden, dass kleine Spielstätten, die sich an alle formalen Bedingungen im Programm Live 100 gehalten haben, auf ihren in Vorkasse geleisteten Kosten sitzenbleiben.

4. Was ist, wenn ich weniger Kleinkonzerte organisiere, als ich bewilligt bekommen habe?

Sollte die bewilligte Anzahl der Konzerte nicht realisiert werden können, erhalten Sie dennoch Förderung für die Konzerte, die tatsächlich stattgefunden haben. Es wird dann im Endverwendungsnachweis eine Begründung der Differenz zwischen bewilligten und tatsächlich abgerufenen Mitteln erwartet. Insgesamt wird jedoch höchstens die in der Zusage bewilligte Summe ausgezahlt, auch wenn mehr Konzerte nachgewiesen werden.

5. Muss ich auf die Förderung Umsatzsteuer zahlen?

Grundsätzlich sind jegliche Zuwendungen (Fördermittel) als Einnahmen zu erfassen, sie sind aber trotzdem umsatzsteuerfrei.

Diese Problematik ist zwar in keinem Gesetzestext direkt festgehalten, allerdings gibt es im Kommentar zur Bundeshaushaltsordnung (BHO) in der Erläuterung zum §44, der sich mit Zuwendungen befasst, einen Abschnitt zur Umsatzsteuerfreiheit von Zuwendungen (Nr. 35).

Kurz zusammengefasst besagt dieser, dass für Zuwendungen in der Regel keine Umsatzsteuer gezahlt wird. Nur in Ausnahmefällen unterliegen Fördermittelzahlungen der Umsatzsteuer, was dann aber durch zusätzliche Auflagen oder Bedingungen geregelt wird. Das ist beim Programm Live 100 aber nicht gegeben.

Einkommensteuer muss ebenfalls keine entrichtet werden. Diese Info findet sich im EStG §3 / Nr. 11 („steuerfreie Einnahmen“).

Wenn also die Fördermittel zwar als Einnahmen erfasst, dabei aber als „Bundeszuwendungen“ gekennzeichnet werden, sollte das Finanzamt Bescheid wissen und es keine Probleme geben.

Eine Besonderheit sind die 100 Euro Gagenzuschuss im Programm Live 100. Diese sind in den Büchern der Musikspielstätte als reguläre Kostenposition anzugeben. Ist die*der Musiker*in vorsteuerabzugsberechtigt werden sie zzgl. Umsatzsteuer ausgezahlt. Die 100 Euro fließen auch in die Berechnung des KSK-Beitrags ein.

Dieser Hinweis stellt keine verbindliche Steuerberatung dar. Bei detaillierteren Fragen wenden Sie sich im Zweifel bitte immer an eine*n Steuerberater*in bzw. Wirtschaftsprüfer*in.

KONTAKT

Lisa Andersohn

Projektmanagement Live 100

Christian Ordon

LiveKomm, Partner Digi-Invest, TE-SA & Live 100

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