Initiative Musik startet Hilfsprogramm und Spendenkampagne für Musiker*innen

  • Spendenaktion ermöglicht Zuschüsse für fehlende Konzerteinnahmen
  • Antragsverfahren für Hilfsprogramm soll Ende April starten
  • Geschäftsführerin Ina Keßler: „Wir möchten möglichst unbürokratisch helfen“

Berlin, 17. April 2020

Mit einem Hilfsprogramm unterstützt das deutsche Förder- und Exportbüro Musiker*innen in der aktuellen Ausnahmesituation, in der wichtige Konzerteinnahmen ausfallen. Das Programm wird durch die Einnahmen einer Spendenaktion ermöglicht.

Anträge für Hilfsprogramm ab Ende April möglich

Im Mittelpunkt stehen in Deutschland lebende professionelle Musiker*innen in finanzieller Notlage – aus den Bereichen Rock, Pop, Jazz, Hip-Hop, Metal, experimentelle und elektronische Musik. In der ersten Phase des Hilfsprogramms geht es um die fehlenden Einnahmen aus Auftritten in der Zeit vom 13. März bis Ende Mai 2020. Die Musiker*innen müssen für diesen Zeitraum mindestens 5 ausgefallene Shows nachweisen. Die Höhe des Zuschusses aus dem Hilfsprogramm soll 1.000 Euro pro Musiker*in betragen. Onlineanträge sind auf der Website der Initiative Musik voraussichtlich ab Ende April 2020 möglich. Die ersten Zuschüsse werden voraussichtlich ab Anfang Mai 2020 überwiesen.

Sonderausschuss der Jury gebildet

Zur Vergabe der Zuschüsse wurde aus der Jury für Künstler*innenförderung der Initiative Musik ein Sonderausschuss aus drei Mitgliedern gebildet. Dieser ist so zusammengesetzt, dass möglichst viele Facetten der Musikkultur vertreten sind.

Mark Chung, Stefanie Marcus, Oliver von Felbert

  • Mark Chung: Der geschäftsführende Gesellschafter des Freibank Musikverlags und Vorstandsvorsitzende des VUT ist seit 2008 Mitglied im Aufsichtsrat der Initiative Musik. Zu Beginn der 90er Jahre war er als Musiker und Manager der Band Einstürzende Neubauten tätig.
  • Stefanie Marcus: Die Berliner Musikmanagerin betreibt seit 1992 das Label Traumton Records, das sich auf Jazz und Weltmusik spezialisiert und über 300 Alben produziert und veröffentlicht hat. Bereits in den 80er Jahren arbeitete sie als Produktionsassistentin in den Hansa Tonstudios in Berlin und gründete 1989 gemeinsam mit dem Tonmeister und Produzenten Wolfgang Loos die Firma Traumton – als Musikproduktion und Verlag.
  • Oliver von Felbert: Der Kölner Musik- und Labelmanager Oliver von Felbert betreibt seit 2002 das Label Melting Pot Music. Davor war er u.a. als Musikjournalist für SPEX, Viva und ARTE sowie als A&R bei einem Kölner Vertrieb tätig. Von Felbert wirkt seit 2016 in der Jury für die Künstler*innen- und Infrastrukturförderung der Initiative Musik mit, deren Vorsitz er 2018 übernommen hat.

3 Fragen zum Hilfsprogramm an Ina Keßler,
Geschäftsführerin der Initiative Musik

Warum noch ein Hilfsprogramm für Musiker*innen?
Der Bund und die Bundesländer haben mit den unterschiedlichen Hilfsmaßnahmen, wie z.B. den Hilfspaketen für Soloselbstständige aus der Kreativwirtschaft, ganz wichtige Maßnahmen gestartet, die zahlreichen Musikschaffenden helfen. Allerdings gibt es auch einige Lücken und regionale Unterschiede. Genau da setzen wir an, um möglichst unbürokratisch zu helfen.

Wieso wird dieses Förderprogramm, anders als die bisherigen Programme der Initiative Musik, über Spenden finanziert?
Wir sind gerade dabei, all unsere Förderprogramme gemeinsam mit dem zuständigen Referat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien so anzupassen, dass wir Musikschaffende und Clubs auch in dieser schwierigen Situation unterstützen können. Gleichzeitig wurde uns im Verlauf der Krise von Personen und Unternehmen insbesondere aus der Musikbranche eine solidarische Spendenbereitschaft signalisiert. Da Spenden in unseren bisherigen Programmen nicht vorgesehen sind und zahlreiche Musikerinnen und Musiker unter den fehlenden Konzerteinnahmen leiden, haben wir entschieden, kurzfristig ein neues spendenfinanziertes Förderprogramm auf die Beine zu stellen.

Wer soll konkret mit diesem Hilfsprogramm unterstützt werden?
Hier bleiben wir unserer Zielgruppe treu. Wir wollen den Musikerinnen und Musikern aus den Bereichen Pop, Hip-Hop, elektronische Musik bis hin zu Rock oder Jazz finanziell unter die Arme greifen und so die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern.

Ina Keßler


Spenden ab sofort möglich

Alle Einnahmen der Spendenkampagne fließen in das Hilfsprogramm. Spenden sind ab sofort bei startnext.com und direkt über das Spendenkonto der Initiative Musik möglich. Spotify Germany hat sich entschieden, die Initiative Musik kurzfristig in sein internationales Hilfsprogramm Spotify COVID-19 Music Relief aufzunehmen. Der Musik Streaming Service wird eine Spende leisten und zudem die eingehenden Spenden verdoppeln (bis zu einem Gesamtbetrag von 10 Millionen Dollar weltweit), so dass in der ersten Projektphase des Programms zahlreiche Musiker*innen unterstützt werden.

Spendenkonto
Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH
IBAN: DE 85 2008 0000 0383 9539 12
BIC: DRESDEFF200
Verwendungszweck: Hilfsprogramm

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Mit herzlichen Grüßen

Michael Wallies
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Musik

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