Neues Förderprogramm für Schallschutz bei Clubs und Festivals – Livekultur ohne Lärmbeschwerden

Hamburg/Berlin, 9. Dezember 2025

Mit dem Bundesschallschutzprogramm startet im Januar 2026 erstmals ein bundesweites Pilotprogramm für besseren Schallschutz bei Musikclubs und Festivals. Spielstätten, die aufgrund von Lärmbeschwerden von einer Schließung bedroht sind, erhalten Unterstützung bei der Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) stellt dafür 3 Mio. Euro bereit. Die fachliche Umsetzung übernimmt die Initiative Musik und wird dabei unterstützt durch die LiveMusikKommission.

Clubs und Festivals geraten zunehmend durch Lärmbeschwerden unter Druck – insbesondere in dicht bebauten Stadtgebieten, in denen die Folgen der Nachverdichtung besonders spürbar sind. Notwendige Schallschutzmaßnahmen wie verbesserte Dämmung und Noise-Cancelling-Lösungen sowie moderierte Dialogformate zwischen Veranstaltenden und Nachbarschaft können Abhilfe schaffen, sind jedoch häufig kostenintensiv. Viele Kultureinrichtungen stehen angesichts stark steigender Gesamtkosten vor enormen finanziellen Herausforderungen und können diese notwendigen Investitionen kaum noch stemmen.

Modellprojekt unterstützt den Schallschutz

Um die Situation zu verbessern, startet die Bundesregierung im kommenden Jahr ein Modellprojekt, das Clubs und Festivals gezielt beim Ausbau ihres Schallschutzes unterstützt. Im Rahmen der Pilotrunde werden Musikclubs mit einer Kapazität von bis zu 2.000 Besucher:innen sowie Festivals unterstützt, die aufgrund erheblicher Lärmbeschwerden besonders stark von einer Schließung bedroht sind oder deren Durchführung gefährdet ist. Für die Vorauswahl wird die Expertise von Verbänden und Netzwerken der Livemusikbranche herangezogen. Anschließend empfiehlt eine überwiegend fachlich besetzte Jury aus dieser Vorauswahl, welche Projekte gefördert werden sollten.

Details zum Programm und zum Auswahlverfahren werden zum Programmstart im Januar auf der Website der Initiative Musik veröffentlicht.

Dringender Handlungsbedarf für Schallschutz in der Livekultur

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sagt: „Ohne Kultur ist unsere Gesellschaft ärmer. Und Musik als Teil davon berührt uns und verbindet, gerade in Zeiten, in denen ein Miteinander wichtig ist. Doch diese Kraft kann Musik nur entfalten, wenn sie genug Raum bekommt. Nicht im luftleeren Raum, sondern mitten in einer lebendigen Gemeinschaft. Damit das gelingt, brauchen wir guten Schallschutz. Denn was für die einen ein unvergesslicher Abend ist, darf für die anderen nicht zur Belastung werden. Besonders dort, wo Clubs mitten in unseren Städten pulsieren oder Festivals über mehrere Tage dauern, müssen Kultur und Zusammenleben Hand in Hand gehen. Wir zeigen mit neuen, innovativen Ansätzen, dass genau dieses Miteinander möglich ist: Dass Musikorte bestehen bleiben können, ohne dass Anwohnerinnen und Anwohner darunter leiden und dass lebenswerte, nachverdichtete Quartiere trotzdem weiter wachsen können. Deshalb haben wir ein Pilotprogramm auf den Weg gebracht, das ausgewählte Musikclubs und Festivals unterstützt, die ohne besseren Schallschutz vor dem Aus stehen. So stärken wir nicht nur die Kultur, sondern auch das Vertrauen, dass gemeinsames Leben in der Stadt gelingt, wenn man mutig neue Wege geht“

Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik, betont: „Musikclubs und Festivals sind lebendige Orte, an denen Gemeinschaft entsteht und Kultur erfahrbar wird. Doch ohne wirksamen Schallschutz stehen viele von ihnen auf dem Spiel. Mit dieser Förderung setzen wir ein Zeichen dafür, dass wir diese Räume erhalten und ihre Zukunft sichern wollen.“

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission, sagt: „Mit dem Pilotprogramm können wir endlich ein drängendes Problem der Livelandschaft auf Bundesebene angehen. Unsere Mitgliederbefragungen zeigen regelmäßig großen Bedarf im Bereich Schallschutz, sodass wir davon ausgehen, dass der Andrang hoch sein wird und eine Verstetigung und ein Ausbau des Programms im Anschluss an die Pilotphase naheliegend.“

Über die Initiative Musik:

Die Initiative Musik ist die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche für die deutsche Musikwirtschaft. Sie stärkt die Präsentation und Verbreitung von Musik aus Deutschland im In- und Ausland. Hauptfördernder dabei ist der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der damit einen essenziellen Beitrag zur Unterstützung der Musikwirtschaft in Deutschland leistet. Die Geschäftsstelle der Initiative Musik wird getragen von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), der GEMA und dem Deutschen Musikrat. Weitere Gelder kommen u.a. vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)

Über die LiveKomm:

Die LiveMusikKommission e.V. (kurz LiveKomm) ist der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland und repräsentiert mehr als 750 Musikclubs und Festivals in über 100 Städten und Gemeinden. Ihre Mitglieder gehören zu den größten Anbietern lokaler Kulturveranstaltungen, des städtischen Tourismus sowie der deutschen und internationalen Talentförderung und sie ist Teil des europäischen Musikspielstätten Netzwerks LiveDMA. 

Pressekontakt

Initiative Musik gGmbH, Friedrichstraße 122, D-10117 Berlin
Anna Jakisch – Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
presse@initiative-musik.de
T: +49 1515 39147 25

LiveMusikKommission e.V., Kastanienallee 9, D-20359 Hamburg
Michael Smosarski – Kommunikation
kommunikation@livekomm.org
T: +49 176 31 74 91 58

 

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