Programmbeschreibung Digi-Invest

vom 15. April 2019, aktualisiert am 25. September 2019

I Förderziel


II Fördergegenstand


III Antragsberechtigung


IV Fördervoraussetzungen


V Art, Umfang und Höhe der Zuwendung


VI Verfahren


VII Datenschutz


VIII Inkrafttreten


I Förderziel

Dieses Förderprogramm soll einen Anreiz schaffen, die Umrüstungen von analoger auf digitale Aufführungstechnik bundesweit in kleineren und mittelgroßen Clubs vorzunehmen und auszubauen, die als Kulturorte eine besondere Funktion wahrnehmen und mit mehr als 24 Livemusikveranstaltungen pro Jahr eine lokale konzertante Grundversorgung liefern. Die Digitalisierung der Aufführungstechnik in Livemusikspielstätten dient der Sicherung und Steigerung der kulturellen Vielfalt, Programmqualität und Chancengleichheit für die auftretenden Musiker*innen. Sie ist dringend erforderlich. Die damit geschaffenen neuen Präsentations- und Aufführungsmöglichkeiten stellen darüber hinaus wichtige Voraussetzungen für die künstlerische Entwicklung der Musiker*innen dar. Nur so lassen sich heute die kulturelle Rezeption und Bildung für das Publikum auf internationalem Standard gewährleisten. Die Digitalisierung der Aufführungstechnik in Livemusikspielstätten soll schrittweise und flächendeckend i.S. der Regionalquote erfolgen. Deshalb berücksichtigt diese Förderung Clubs sowohl in Metropolen als auch in ländlichen Regionen.

II Fördergegenstand

2.1. Gegenstand der Förderungen ist die erstmalige technische Umrüstung und Komplettierung der Livemusikspielstätte von analoger auf digitale Aufführungstechnik, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht.

2.2. Förderfähige Maßnahmen können in den folgenden drei Bereichen angesiedelt sein:

– Hauptmisch- und Monitorpult

  • Hauptmischpult FOH (Front of House) sowie Stageboxen & digitale Multicorekabel

Als FOH- oder Front-Of-House-Mischpult wird das Hauptmischpult einer PA (Public Address oder Beschallungsanlage) bezeichnet. Im Bereich der Beschallungstechnik ist mit „Front of House“ speziell der Punkt im Zuschauerraum gemeint, an dem Tontechniker*innen die von der Bühne kommende Musik für das Publikum aufbereiten und abmischen. Hier werden elektrische Tonsignale von verschiedenen Quellen (z.B. Mikrofone, Abspielgeräte oder elektronische Klangerzeuger) auf zwei oder mehr Ausgangssummen, meistens nach Frequenzgangs- und Dynamikveränderungen, zusammengefügt. Sowohl hauseigene wie externe Tontechniker*innen, deren Auszubildende als auch die mitgebrachten Tontechniker*innen der auftretenden Künstler*innen bedienen diese Mischpulte und sorgen für den Sound im Publikumsraum.

  • Monitorpulte

Monitorpulte sind reine Bühnenmischpulte. Bei Livemusikkonzerten werden Monitorlautsprecher zur Beschallung der Musiker*innen auf der Bühne verwendet, da die PA für das Publikum die Bühne nicht ausreichend abdeckt. Das so genannte Monitoring dient den sich auf der Bühne befindenden Künstler*innen als Orientierung in ihrem akustischen Umfeld. In den Livemusikspielstätten ist das Monitoring unerlässlich. Die Bedienung des Monitormischpultes erfolgt gegebenenfalls durch separate Tontechniker*innen. Das Monitormischpult befindet sich zumeist auch im FOH-Bereich, um den Höreindruck auf der Bühne kontrollieren zu können. Monitorpulte werden in der Regel nur in mittelgroßen (201 bis 2.000 Pax) und großen Clubs (> 2.000 Pax) eingesetzt.

– Lichtmischpult/ Showlicht

Digitale Lichtmischpulte sind Schnittstellen zwischen den Lichttechniker*innen und der Bühnenlichtanlage. Diese arbeiten mit einem so genannten DMX-Signal (Digital Multiplex). Das ist ein digitales Steuerprotokoll, welches beispielsweise zur Steuerung der Movingheads, der Dimmer oder der Effektgeräte genutzt wird.

Diese unterteilen sich in:

  • Generic-Pulte (zur Steuerung von konventionellem Licht),
  • Moving Light-Pulte (zur Steuerung von intelligentem Licht),
  • Hybrid-Pulte (zur Steuerung eines gemischten Set-ups von konventionellem und intelligentem Licht),
  • Interfaces (kompatibel mit PCs, Laptops, USB-Sticks, die sowohl konventionelles als auch intelligentes Licht steuern).

Auch die „Gegenstücke“ zu den digitalen Lichtmischpulten, also intelligente Moving-Lights und flächenlichtproduzierende, atmosphärische Lichttechnik (LED) sind förderfähig. Diese können aufgrund ihrer Funktionsvielfalt nicht von herkömmlichen Lichtmischpulten bedient werden. Auch können fertig produzierte Lichtshows von Künstler*innen nur von digitalen Lichtmischpulten verarbeitet werden.

– DJ-Set-up

Die aktuelle Generation digitaler DJ-Pulte und -Player sowie das hierfür benötigte Equipment:

  • digitale Abspielgeräte (CD, MP3 etc.) sowie Turntables,
  • digitale DJ-Mixer,
  • digitale DJ Controller.

Ein DJ-Mixer ist ein spezielles Mischpult für DJ-Künstler*innen für ihre Live-Performances. Digitale Mixing Tools verbinden das reale „Handwerk“ der DJ-Künstler*innen mit den Möglichkeiten virtueller Datenspeicherung und Verarbeitung. Ein DJ-Set-up besteht in der Regel aus zwei digitalen Abspielgeräten (CD, MP3 etc.) und einem digitalen DJ-Mischpult (Mixer).

Die so genannten Hardware Controller ermöglichen die physische Umsetzung der DJ-Software. Die Geräte ermöglichen eine intuitive Steuerung der Software via MIDI-Befehlen (Musical Instrument Digital Interface). In der Regel halten die Controller eine klassische 2- bzw. 4-Kanal Mixeransicht mit zwei Jog Wheels vor. Die Jog Wheels simulieren die Oberfläche eines Plattentellers oder CD-Players. Die Mixersektion ist bei einem Controller ebenfalls den typischen Anforderungen von DJs zugeschnitten. Sie haben ähnliche Aufgaben und Funktionen wie ein Mischpult, nur sind sie den Bedürfnissen der DJs angepasst. Da die Vorhaltung von Musik heutzutage hauptsächlich mittels digitaler Dateien stattfindet, sind die Geräte an kein Medium mehr gebunden und lassen damit vielfältigste Quellen zu. Mit der aktuellen Generation der DJ-Controller lassen sich unter anderem auch Live-Remixe schnell umsetzen. Einige Set-ups verfügen über USB-Schnittstellen, welche zusätzliche Soundkarten überflüssig machen. Ein solches Set-up entspricht der zeitgemäßen technischen Voraussetzung für ein künstlerisches, kreatives DJ Mixing.

2.3. Von der Förderung ausgeschlossen sind Kabel (für Strom, Lautsprecher oder Instrumente), Lautsprecher, Verstärker, analoge Endstufen, Mikrophone und Effektgeräte sowie jegliches analoge Zubehör. Ausgeschlossen sind ebenfalls gebrauchte Geräte.

2.4. Personalkosten für die Planung, Begutachtung und Installation etc. sind nicht förderfähig.

III Antragsberechtigung

3.1. Die Zuwendungen werden auf Antrag gewährt.

3.2. Antragsberechtigt sind

– Clubbetreiber*innen (natürliche und juristische Personen), die

  • eine feste Livemusikspielstätte mit Besucherkapazität von maximal 2.000 Personen betreiben,
  • ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben und
  • mindestens 24 Livemusikveranstaltungen pro Jahr realisieren.

Treten in der Spielstätte nur DJ-Künstler*innen auf, so muss die Mehrzahl, d.h. mehr als die Hälfte der Veranstaltungen durch “künstlerische DJs”, d.h. jemanden der Livemusik produziert, bestritten werden. Dies ist nachzuweisen. Betreiber*innen müssen die Musikspielstätte in erster Linie für Livemusikaufführungen nutzen, sie mindestens seit 12 Monaten betreiben und kann pro Spielstätte/ Konzession maximal einen Antrag stellen.

3.3. Unternehmen der öffentlichen Hand sowie Unternehmen, an denen die öffentliche Hand oder die Kirche unmittelbar mehrheitlich beteiligt ist, sind nicht antragsberechtigt.

Betreiber*innen von Spielstätten die mit 40% oder einem höheren Anteil aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden, sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Hier gilt die 40%-Fördermittelhöchstgrenze.

IV Fördervoraussetzungen

4.1. Auf die Förderung besteht kein Anspruch.

4.2. Die Fördermittel werden einmalig als nicht rückzahlbare Zuwendung im Sinne der §§ 23, 44 der Bundeshaushaltsordnung im Wege eines privatrechtlichen Fördervertrages zwischen der Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH und Antragsteller*in bewilligt.

4.3. Um eine möglichst flächendeckende und ausgewogene Erneuerung in Livemusikspielstätten in der Bundesrepublik Deutschland zu erreichen, wurde die Regionalquote des Digitalisierungsprogramms übernommen. Anhand dieser Quote wird der bundesländerspezifische, maximale Förderanteil festgelegt.

4.4. Die geförderte Aufführungstechnik unterliegt einer Zweckbindung von fünf Jahren. Wird die geförderte Aufführungstechnik vor Ablauf von fünf Jahren veräußert oder der Spielbetrieb der mit dieser Aufführungstechnik ausgestatteten Spielstätte eingestellt, so ist dies anzuzeigen und die Zuwendung anteilig an die Initiative Musik gGmbH zurückzuzahlen. Bei der Bestimmung der Höhe der Rückzahlung werden der Veräußerungserlös und die Dauer der zweckentsprechenden Nutzung berücksichtigt.

4.5. Der Fördervertrag kann aufgelöst werden, wenn der Kauf-/ Verwendungsnachweis nicht binnen acht Wochen nach Abschluss des Fördervertrags vorgelegt wurde.

4.6. Für Vorhaben, mit denen vor Antragsbewilligung/ Investitionsbestätigung bereits begonnen wurde, werden keine Zuwendungen gewährt.

4.7. Inventarisierungspflicht: Nach der allgemeinen Nebenbestimmung für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) sind Zuwendungsempfänger*innen verpflichtet, Gegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungswert 410 Euro (ohne Umsatzsteuer) übersteigen, zu inventarisieren. Soweit aus besonderen Gründen der Bund Eigentümer ist oder wird, sind die Gegenstände in dem Inventar besonders zu kennzeichnen.

4.8. Doppelförderungen durch den Bund sind ausgeschlossen (Kombinationen mit z.B. den APPLAUS-Preisgeldern sind für den gleichen Verwendungszweck nicht möglich). Landes- oder kommunale Förderungen können zur zusätzlichen Deckung des Eigenanteils genutzt werden.

V Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

5.1. Die Zuwendung wird im Wege eines privatrechtlichen Fördervertrages zwischen Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH (Projektförderung) und Fördernehmer*in als Fehlbedarfsfinanzierung gewährt.

5.2. Gefördert werden Anschaffungskosten zwischen 1.000 EUR und 20.000 EUR.

5.3. Jede Förderung setzt einen Eigenanteil, d.h. eigene Mittel der Antragsteller*innen voraus. Zuwendungshöhe und finanzieller Eigenanteil sind bezogen auf die förderfähigen Investitionen gestaffelt. Der Eigenanteil darf 2,5% des Jahresumsatzes bzw. der Jahreseinnahmen nicht übersteigen (bzw. der Umsatz des Jahres muss dem 40-fachen des eingeforderten Eigenanteils entsprechen). So berechnet sich der Eigenanteil beispielsweise wie folgt: Bei einem Anschaffungswert von 1.000 EUR* beträgt der Eigenanteil 100 EUR, die Zuwendung 900 EUR; Bei einer Anschaffung von 20.000 EUR* beträgt der Eigenanteil 10.000 EUR und die Zuwendung 10.000 EUR. Die Staffelung finden Sie in der Eigenanteil-Tabelle. Der Eigenanteil kann durch Landes- oder kommunale Fördermittel ergänzt werden.

5.4. Die Fördersumme (Zuwendung) aus den Programmen Digi-Invest I, Digi-Invest II und Digi-Invest III darf in Summe maximal 20.000 EUR je Spielstätte betragen.

*netto – nur im Falle der Vorsteuerabzugsberechtigung

VI Verfahren

6.1. Der Antrag wird online ausgefüllt und abgesandt. Das Antragsverfahren startet am 6. Mai und endet am 17. Mai 2019.

6.2. Alle Antragsteller*innen erhalten unmittelbar nach dem Eingang des Online-Antrags den ausgefüllten Antrag per E-Mail zugeschickt. Der vollständige Antrag muss binnen 5 Werktagen unterschrieben in 1-facher Ausfertigung mit allen Anlagen in Papierform bei der LiveMusikKommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm), -Projektbüro Hamburg-, Postfach 10 32 21, 20022 Hamburg per Post eingegangen sein.

6.3. Eine ausschließlich elektronische Antragsstellung ist nicht möglich.

6.4. Ein vollständiger Antrag enthält folgende Unterlagen:

  • vollständig ausgefülltes, unterschriebenes Antragsformular;
  • ein lückenloses Jahresprogramm von 2017 oder 2018 in Form einer Veranstaltungsliste (siehe Online-Vorlage Veranstaltungsliste) mit Nachweisen (Programmhefte, Flug- und Faltblätter oder ggf. Zeitungsberichte);
  • eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA oder vergleichbares) des abgelaufenen Geschäftsjahres, unterschrieben von einer*m Steuerberater*in oder einer*m Zeichnungsberechtigten;
  • Bestätigung des Eigenanteils und der Zwischenfinanzierung bis zur Fördermittelauszahlung (Vorlage Online-Vorlage Beleg Eigenanteil);
  • verbindliches Angebot für die geplante Anschaffung (Screenshots werden nicht anerkannt);
  • Handelsregisterauszug/ Vereinsregisterauszug oder Gewerbeanmeldung (Konzession) für die jeweilige Spielstätte des*der Antragsteller*in in Kopie (vgl. 3.2);
  • gemeinnützige Vereine: Kopie des vom Finanzamt erteilten Gemeinnützigkeitsbescheids;
  • ein Finanzierungsplan (Online-Vorlage Finanzierungsplan).

6.5. Die Anträge können laufend gestellt werden. Nur vollständige und formgerechte Anträge werden berücksichtigt. (Nachgeforderte Unterlagen müssen binnen 5 Werktagen nachgeliefert werden.)

6.6. Die Anträge werden wie folgt priorisiert und dann bearbeitet:

(1) Die postalisch eingereichten Anträge werden nach Onlinezeitstempel bearbeitet (Windhundverfahren);

(2) Berücksichtigung der Regionalquote nach Bevölkerungsanteil der Bundesländer. Anträge, welche die Regionalquote übersteigen, kommen auf die Warteliste;

(3) Warteliste: nach Antragsende werden etwaige, nicht abgeforderte Mittel auf der Grundlage der Warteliste ausgeschüttet. Die Priorisierung erfolgt nach Onlinezeitstempel.

6.7. Die Prüfung der Anträge sowie die Prüfung der Abrechnung und Belege (Verwendungsnachweise, Sachbericht, Originalrechnung sowie Überweisungsnachweise) nach Anschaffung erfolgt durch die LiveKomm.

6.8. Wird der Antrag nach Prüfung als förderfähig eingestuft, wird durch die Initiative Musik der abzuschließende Zuwendungsvertrag zugesendet. Dieser muss innerhalb von einer Woche nach Erhalt unterschrieben bei der Initiative Musik gGmbH per Post eingegangen sein.

6.9. Der Abschluss des Fördervertrags erfolgt durch die Initiative Musik.

6.10. Nach Schließung des Fördervertrags haben die Zuwendungsnehmer*innen 4 Wochen Zeit, die Investition vorzunehmen, und weitere zwei Wochen, den Verwendungsnachweis (Sachbericht, zahlenmäßiger Nachweis, Originalrechnungen und Überweisungsbelege) einzureichen. Die Mittel werden (nach Abrechnung und Belegprüfung durch die LiveKomm) von der Initiative Musik überwiesen. Weitere Informationen zu den Fristen nach der Antragsbewilligung.

VII Datenschutz

Die LiveKomm und Initiative Musik verpflichten sich zur Verschwiegenheit über alle Informationen, die durch die Antragsteller*innen eingereicht wurden.

Die Antragsteller*innen müssen einwilligen, dass LiveKomm und Initiative Musik berechtigt sind, die für die Vertragserfüllung relevanten Daten der Projektträger*innen zu ausschließlich internen Erfassungs- und Dokumentationszwecken zu speichern. Sie werden diese Daten gesichert und vertraulich behandeln und diese nicht an Dritte weitergeben, es sei denn, dass dies zur Erfüllung der Rechenschaftspflichten gegenüber den Zuwendungsgebern oder zur sonstigen eigenen Rechnungsprüfung unerlässlich ist.

VIII Inkrafttreten

Diese Fördergrundsätze gelten ab dem 15. April 2019.

KONTAKT

Boris Paillard

Projektmanagement TE-SA & Digi-Invest

Christian Ordon

LiveKomm, Partner Digi-Invest, TE-SA & Live 100

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